Hilfe meine Hündin wird erwachsen



Meine Hündin hat ihr Verhalten geändert… sie markiert, scheint abwesend zu sein, Kommandos, die sie bereits routiniert umgesetzt hat, scheinen ihr unbekannt, sie putzt sich deutlich genauer, …sie ist am besten Weg erwachsen zu werden…

Obwohl ich auf einige Jahrzehnte Erfahrung mit Hunden zurückblicken kann, muss ich mir dennoch vor Augen führen, dass ich bisher nur mit Rüden gearbeitet habe…

Solltest du bereits in den Genuss gekommen sein, ein Mädchen durch die Pubertät begleitet haben zu dürfen, dann wird dich so bald nichts erschüttern und du kannst der Zeit des Umbruchs gelassen entgegenblicken….


Wie kann ich sie bestmöglich unterstützen? Ist die Ernährung anzupassen? Benötigt sie Ergänzungsfutter? Hat sie Schmerzen? Verändert sich ihr Wesen? Worauf muss ich bei der Fellpflege achten?

Unzählige Fragen durchkreuzen meine Gedanken…daher habe ich einige Informationen zusammengetragen, die mir die Zeit der Läufigkeit erleichtert haben…hoffe auch euch damit zu unterstützen….


Zunächst die hardfacts:

Ab dem 6. Lebensmonat kann deine Hündin läufig werden, manchmal setzt die Läufigkeit aber auch erst im zweiten Lebensjahr ein. Das ist vor allem bei größeren Hunderassen der Fall und unbedenklich.


Im Idealfall hast du dich bereits vor dem Kauf deiner Hündin mit der Frage auseinandergesetzt, ob du Nachwuchs züchten möchtest, oder eher nicht. Falls du dies planst, sprich bitte mit dem Tierarzt deines Vertrauens darüber!


Sobald du bemerkst, dass die männliche Hundewelt ein überdurchschnittlich hohes Interesse an deiner Hündin zeigen, solltest du ihr dabei helfen, diese Situation stressfrei zu verlassen. Aufdringliches Beschnuppern und Bedrängen kann für deine Hündin belastend werden… meide daher in dieser Zeit stark frequentierte Bereiche.

Meine sehr ausgeglichene Hündin, die stets zum Spielen aufgelegt war, hat die derben Annäherungsversuche männlicher Verehrer im besten Fall mit fletschenden Zähnen, aufgestellten Rückenhaaren und lautem Bellen unmissverständlich abgewehrt. Habe ich sie jedoch nicht zeitnahe aus dieser unangenehmen Situation gebracht, verstärkte sich ihr Verhalten durch unfreundliches Knurren und Schnappen.


Die Läufigkeit kann in vier Phasen eingeteilt werden, die zumeist nach einem bestimmten Muster abläuft:


1. Vorbrunst:

In dieser ersten Phase setzt die Hündin einen tiefroten, blutigen und dickflüssigen Scheidenausfluss ab. Sie beginnt für Rüden attraktiv zu riechen, ist aber noch nicht fruchtbar. Alle Interessenten werden unwirsch verscheucht. Die erste Phase dauert im Schnitt 9 Tage.

2. Brunst:

Für die zweite Phase ist ein eher wässriger, hellroter Scheidenausfluss charakteristisch und das Zeichen für die Fruchtbarkeit. In dieser Zeit, die bis zu 9 Tagen dauert, finden mehrere Eisprünge hintereinander statt.

Trifft deine Hündin in dieser Zeit auf einen Rüden, wird sie ihre Deckbereitschaft durch das Drehen ihrer Rute signalisieren.

3. Nachbrunst:

Ab jetzt sind entspannte Spaziergänge wieder möglich, da deine Hündin nicht mehr fruchtbar ist. Dennoch passiert hormonell sehr viel, was sich auf die Stimmung und das Verhalten deiner Hündin auswirken kann. Wird sie in den nächsten 2-3 Monaten Kuscheltiere, Spielzeug, …in ihrem Korb verstecken oder ungewöhnlich anhänglich, besteht die Möglichkeit, dass deine Hündin scheinträchtig ist!

4. Ruhephase:

Es sind keine äußerlichen Erscheinungen mehr zu sehen, die Gebärmutter kommt zur Ruhe.


Der Abstand zwischen den einzelnen Läufigkeiten beträgt durchschnittlich etwa ein halbes Jahr. Je kleiner der Hund, desto kürzer kann auch dieser Abstand ausfallen, während größere Hunderassen auch nur einmal pro Jahr läufig werden können.


Bei Hündinnen gibt es keine Wechseljahre, d.h. sie können ab der ersten Läufigkeit für den Rest ihres Lebens läufig werden. Lediglich die Abstände zwischen diesen fruchtbaren Phasen verlängern sich ab einem Alter von etwa sieben Jahren.


Vorsicht bei Verhalts- und Wesensänderungen…..

Es kann sein, dass Hündinnen mit Verdauungsproblemen auf ihre Läufigkeit reagieren. Der selten auftretende Durchfall sollte sich jedoch schnell wieder geben. Ist das nicht der Fall, ist der Besuch beim Tierarzt unverzichtbar.