Epilepsie



Auch Tiere können unter Epilepsie leiden. Diese Krankheit zählt zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems - etwa zwei Prozent aller Hunde sind davon betroffen.


Ganz allgemein werden unter Epilepsie wiederholte Fehlfunktionen des Großhirns verstanden, bei der das Gleichgewicht zwischen elektrischer Ladung und Entladung der Nervenzellen für einen gewissen Zeitraum gestört ist. Das Großhirn reagiert auf die elektrische Aktivität mit einem epileptischen Anfall, wobei diese unterschiedlich stark ausfallen können.


Epileptische Erkrankungen werden in zwei Gruppen eingeteilt:

- sind nur einzelne Areale des Gehirns betroffen und äußert sich die Störung nur an einzelnen Körperstellen, spricht man von partieller Epilepsie

Diese Art der Anfälle werden von Tierbesitzern oft nicht erkannt, da sie ohne Bewusstseinsstörung ablaufen. Es kommt zu Zuckungen der Lefzen oder einzelner Muskeln.

- bei generalisierten Anfällen sind beide Großhirnhälften beteiligt und breiten sich über den gesamten Körper des Tieres aus.

Häufig kündigt sich ein Anfall durch ein leicht verändertes Verhalten des Tieres an (Unruhe, vermehrter Speichelfluss, häufiges Urinieren).

Der eigentliche Anfall beginnt plötzlich mit einer Versteifung (hochgradigen Anspannung) der Skelettmuskulatur. Die Hunde fallen mit ausgestreckten Beinen um, sind nicht mehr ansprechbar und verlieren das Bewusstsein. Auch krampfartige Muskelzuckungen und Paddelbewegungen in der Luft sind typisch für solche Anfälle. Auch kommt es vor, dass sich Blase und Darm entleeren.


Einzelne Anfälle haben keine gesundheitlichen Folgen, es sterben kaum Nervenzellen ab. Lebensbedrohlich wird es allerdings, wenn ein Anfall länger als zehn Minuten dauert oder sich die Anfälle so schnell wiederholen, dass der Hund dazwischen nicht mehr zu Bewusstsein kommt. Auch Serienanfälle – mehrere innerhalb eines Tages – können zu bleibenden Hirnschäden führen.


Nach dem Anfall sind die meisten Tiere erschöpft und für einen gewissen Zeitraum benommen. Bis sich Hunde vollständig erholt haben, kann es zu neurologischen Ausfällen kommen - Sehstörungen, Desorientierung oder wackliger Gang.


Epilepsien können sowohl angeboren sein oder sich erst im Laufe des Lebens entwickeln. Welcher Auslöser hinter der primären Epilepsie steckt, ist bis heute ungeklärt. Das Gehirn der Tiere weist keine anatomischen Veränderungen auf, und die Patienten zeigen zwischen zwei Anfällen auch keine klinischen Symptome.

Strukturelle Epilepsie: Hier lösen andere Krankheiten des Gehirns die wiederkehrenden Anfälle aus. Ursache kann ein Hirntumor sein, ein Schädeltrauma, eine Hirnblutung oder eine Gehirnhautentzündung. Bei dieser Art sieht man im MRT Veränderungen im Gehirn. Außerdem zeigen die Tiere auch zwischen zwei Anfällen neurologische Ausfälle.

Metabolische Epilepsie: Bei dieser Form der Epilepsie erhöhen sogenannte metabolische (organische) Erkrankungen, wie eine gestörte Leberfunktion, eine Unterzuckerung oder auch Veränderungen der Blutsalze insbesondere des Calciumspiegels, das Anfallsrisiko. Es ist wichtig, solche Störungen sofort festzustellen und zu behandeln, da diese Form der Anfälle häufig nicht auf klassische antiepileptische Therapie anspricht.


Die Diagnose erfolgt im Ausschlussverfahren. Am Anfang steht die klinisch neurologische Untersuchung und sorgfältige Anamese, um andere mögliche Auslöser für die Krampfanfälle auszuschließen.

Wenden sie sich jedenfalls an ihren Tierarzt, der dann die individuelle Vorgehensweise mit ihnen besprechen wird.


Eine Therapie ist jedenfalls nötig bei

· mehr als einem Anfall pro Quartal

· zunehmender Anfallsfrequenz und -schwere (z.B. länger als fünf Minuten Dauer)

· Serienanfällen (mehr als zwei in 24 Stunden)


Bei optimaler Therapie können die meisten Hunde trotz Epilepsie ein gutes Leben führen und so alt, wie gesunde Artgenossen werden.


Bitte beachten sie folgende Hinweise! Sie unterstützen so eine schnellere Diagnose und damit Therapie ihres Lieblings…….


- Notieren Sie die Dauer der Anfälle.

- Machen Sie Videoaufnahmen von den Anfällen Ihres Hundes.

- Versuchen Sie sicherzustellen, dass sich Ihr Hund während des Anfalls nicht selbst verletzen kann.

- Vermeiden Sie mögliche Sinnesreize (z.B. Fernseher, Radio, ..)

- Beobachten Sie Ihren Hund, wenn er sich von einem Krampfanfall erholt.

- Informieren Sie Ihre Familie und Freunde über die Epilepsie Ihres Hundes, damit sie wissen, was zu tun ist, wenn er in ihrer Anwesenheit einen Krampfanfall bekommt.


Wie sollte ein Hund mit Epilepsie ernährt werden?

Für Hunde mit Epilepsie ist ein hochwertiges Futter zu empfehlen, das speziell auf die Erkrankung angepasst wurde und leicht bekömmlich ist. Epilepsie ist nicht heilbar, jedoch kann eine ausgewogene Ernährung helfen, die Anfallshäufigkeit zu senken.

Zum Beispiel stehen manche künstlichen Zusatzstoffe, wie Konservierungsstoffe, im Verdacht, Krampfanfälle hervorzurufen. Auf diese Inhaltsstoffe sollte ihr Hund verzichten.


Beachten sie ergänzend folgendes:

- Vergessen Sie nicht, Ihrem Hund regelmäßig und zur gleichen Tageszeit seine Medikamente zu geben.

- Ändern Sie nie die Medikation Ihres Hundes, ohne vorher mit dem Tierarzt zu sprechen.

- Geben Sie Ihrem Hund keine zusätzlichen Medikamente ohne Absprache mit Ihrem Tierarzt.