DEMENZ

 

Das kognitive Dysfunktionssyndrom von Katzen und Hunden ist Demenzerkrankungen, unter denen Menschenleiden leiden, sehr ähnlich. Das betrifft die hirnorganischen Veränderungen, die Krankheitssymptome, die Schwierigkeit Schmerzen erkennen zu können, die Belastung der Angehörigen, die schwierige Diagnosestellung genauso wie die möglichen Prophylaxe-, Behandlungs- und Managementmaßnahmen.

 

Katzenhaltern fällt die verminderte Leistungsfähigkeit ihres Tieres in der Regel später auf als Hundebesitzern. Das liegt unter anderem daran, dass Katzen tagsüber mehr schlafen und das Zusammenleben nicht auf Basis erlernter Kommandos und einem gemeinsamen Leben außerhalb der Wohnung besteht.

Beim Verdacht auf eine Demenzerkrankung wird bei uns ein ausführliches Gespräch mit dem Tierhalter geführt, in dem er mögliche Symptome anhand eines Fragebogens erkennen kann. Typische Demenz-Symptome sind Veränderungen in Bezug auf Schlaf-Wach-Rhytmus, Stubenreinheit, Sozialverhalten, Aktivität, Affektkontrolle, Erinnerungsfähigkeit, Lernfähigkeit und Orientierung. Die Diagnose Demenz ist eine Ausschlussdiagnose, die nach dem Ausschluss anderer Krankheiten durch labordiagnostische und eventuell auch bildgebende Verfahren gestellt wird.

In der Tierarztpraxis Schwadorf versuchen wir, Halter alter Tiere für das Thema Demenz zu sensibilisieren, weil - wie in der Humanmedizin - eine frühe Diagnose die Voraussetzung dafür ist, dass mit Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln, diätischem Futter und kognitiver und körperlicher Aktivität der Verlauf der Krankheit verlangsamt und die Lebensqualität von Tier und Mensch erheblich verbessert werden kann.

Aus tierärztlicher Sicht sind Diagnosestellung, Schmerzerkennung und -behandlung, medikamentöse und diätische Behandlung und Verlaufskontrolle die zentralen Themen. Zusätzlich bieten wir – auch im Rahmen von Hausbesuchen - regelmäßige Beratungsgespräche und Demenztraining in Form von interaktiven Spielen, Aufmerksamkeitsübungen und Bewegungstraining an. Wenn Tierhalter mit ihren Tieren gemeinsam trainieren, werden nicht nur geistige und körperliche Leistungsfähigkeit  verbessert, sondern durch die gemeinsamen (Erfolgs-)Erlebnisse  auch die Bindung zwischen dem Tier und seinem/n Menschen. Das kann für beide Seiten mehr  Lebensqualität in der verbleibenden gemeinsamen Zeit bedeuten.

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