Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass von Menschen infizierte Tiere eine Rollebei der Verbreitung von COVID-19 spielen. (*)

COVID-19 ist eine Krankheit, die durch das neue SARS-CoV-2-Coronavirus verursacht wird. Die wachsende Sorge um das Wohlergehen von Mensch und Tier wirft insbesondere unter Tierhaltern eine Kernfrage auf: Können sich auch Hunde und Katzen infizieren oder das Virus übertragen?
Bisher sind weltweit nur drei Fälle bekannt, in denen das Haustier von Menschen infiziert wurde. Es handelt sich um zwei Hunde in Hongkong und eine Katze in Belgien. Beide Hunde zeigten keine Anzeichen einer Krankheit, aber die Katze hatte Atem- und Verdauungsstörungen. Laut der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass von Menschen infizierte Tiere eine Rolle spielen bei der Verbreitung von COVID-19.
Coronaviren sind jedoch eine große Familie von Viren, die bei Tieren häufig vorkommen. Es gibt vier Gattungen der Familie der Coronaviridae (Alphacoronavirus, Betacoronavirsus, Gammacoronavirus und Deltacoronavirus), die bei verschiedenen Tierarten unterschiedliche Krankheiten verursachen. Die WHO weist darauf hin, dass gelegentlich Menschen mit diesen Viren infiziert werden, die sich dann auf andere Menschen ausbreiten können. Zum Beispiel wurde SARS-CoV mit Zibetkatzen in Verbindung gebracht, und MERS-CoV wird von Dromedarkamelen übertragen. Die tierische Verbindung Mögliche tierische Quellen für COVID-19 wurden noch nicht bestätigt. Obwohl die OIE feststellt, dass aktuelle Erkenntnisse darauf hindeuten, dass das COVID-19-Virus aus einer tierischen Quelle stammt, werden derzeit Untersuchungen durchgeführt, um diese Quelle (einschließlich der beteiligten Arten) zu finden und die potenzielle Rolle eines Tierreservoirs bei dieser Krankheit festzustellen.
Hervé Poulet, globaler Leiter für Impfstoffe für Haustiere und Pferde bei Boehringer Ingelheim, teilt mit, dass das OIE trotz des derzeitigen Mangels an Beweisen dafür, dass Haustiere COVID-19 übertragen können, betont, dass Menschen, die sich mit der Krankheit infiziert haben, einen sehr engen Kontakt mit ihren Haustieren vermeiden sollten. Darüber hinaus sollten sie beim Umgang mit ihnen und bei der Pflege gute Hygienepraktiken beibehalten - eine Praxis, die aber ohnehin immer angewendet werden sollte. „Katzen und Hunde können auch von ihrem spezifischen Coronavirus betroffen sein, beispielsweise dem Canine Enteric Coronavirus (CCoV), das zu den Gattungen des Alphacoronavirus gehört und bei Hunden eine leichte Enteritis verursacht und Zellen im Darm infiziert“, sagt Hervé.
Jean-Philippe Tronel, Globaler Technischer Direktor für Tierimpfstoffe von Boehringer Ingelheim, stellt fest, dass es bereits Impfungen gegen diese Tierkrankheit gibt, die in einigen polyvalenten Impfstoffen für Hunde in Nordamerika und einigen Ländern in Asien und Lateinamerika vorhanden sind. Bei Katzen gibt es außerdem das Feline Coronavirus (FCoV), das bei Katzen eine schwere Krankheit verursachen kann, die als infektiöse Peritonitis bei Katzen bekannt ist. In einigen Ländern Europas, Asiens und Nordamerikas ist ein Impfstoff dagegen erhältlich.

Nicht das gleiche Coronavirus

Im Gegensatz zu Tieren kann der Mensch positiv auf Betacoronaviren getestet werden - wie das SARSCoV-2, das für die aktuelle Pandemie verantwortlich ist, das SARS-CoV, das 2002 in China zunächst ein schweres akutes respiratorisches Syndrom verursachte und die MERS-CoV, verantwortlich für das Middle East Respiratory Syndrome, das 2012 in Saudi-Arabien auftrat. Es ist wichtig hervorzuheben, dass es bei beiden Krankheiten keine Hinweise auf eine Übertragung vom Menschen auf Tiere gibt.
„Angesichts dieser Unterschiede sind die Behandlungsoptionen für die verschiedenen Arten von Coronaviren definitiv nicht gleich. In einem wachsenden Gefühl der Panik aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde berichtet, dass Menschen verzweifelt nach Impfstoffen gegen das Coronavirus von Hund und Katze suchen, um eine Immunisierung zu erreichen. Aus diesem Grund ist es wichtig zu betonen, dass diese Impfstoffe ausschließlich für Hunde oder Katzen bestimmt sind. Es gibt keine klinischen Studien, die die Sicherheit noch die Wirksamkeit für die Anwendung beim Menschen gewährleisten“, betont Hervé. (*) Da sich das Virus weltweit weiter verbreitet, werden derzeit Studien durchgeführt, um besser zu verstehen, ob und wie verschiedene Tiere vom COVID-19-Virus betroffen sein könnten. Boehringer Ingelheim folgt den Bewertungen und Empfehlungen internationaler Experten und insbesondere der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wird Aktualisierungen bereitstellen, sobald neue Informationen verfügbar werden.

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